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Fluid-Management schafft Durchblick bei den Kosten

Erschienen in MAV 11/2002

 

Obwohl man immer noch auf Skepsis trifft, gewinnt der Dienstleistungsfaktor Fluidmanagement weitere Marktanteile. Kostenreduzierungen und –transparenz sind wesentliche Vorteile für den Anwender. Herstellerunabhängiges Fluidmanagement bietet zudem auch bei der Wahl der verwendeten Produkte eine große und kostengünstige Auswahlmöglichkeit.

 

Die richtige Entscheidung für den optimalen Mix zwischen effektiver Produktionszeit, kostenintensiver Maschineneigenpflegezeit und dem Einsatz von prozessbezogenen und jeweils günstigsten Betriebsmitteln wie Kühlschmierstoffen, Ölen und Fetten stellt oftmals ein Problem für den Produktionsleiter dar. Im Fokus dabei steht: Die Produktion muss laufen, möglichst mit niedrigsten Betriebsmittelkosten und ohne Ausfallzeiten durch Pflegemaßnahmen. Neben der reinen Beachtung der Standzeit der eingesetzten Kühlschmierstoffe kommt die Beobachtung eventuell auftretender Gesundheitsgefahren durch Bakterienbelastung (TRGS 611) hinzu.

 

Auslagern des Fluidmanagements?

In diesem Zusammenhang wird die Vergabe von Leistungen beim Fluidmanagement an Fremdfirmen noch mit einigem Unbehagen gesehen, so die Einschätzung der Gesellschaft für Industrie Service AG aus Karlstein.

Naturgemäß liegen Chancen und Risiken eng beieinander. Die Angst vor einer Abhängigkeit von fremdbezogenen Leistungen, eventueller Know-how-Verlust, Erwartung überhöhter Kosten oder sogar Widerstände im auslagernden Unternehmen erschweren eine Entscheidung. Fragen wie „Habe ich die Kontrolle über die Aufläufe in meinem Unternehmen noch im Griff?“ oder „Besitzt der Dienstleister auch die optimale Kompetenz für meine Produktionsabläufe?“ prägen einen Zuschlag für das Fluid-Management maßgeblich. Deshalb ist eine individuelle, umfangreiche Beratung ebenso notwendig wie eine durchweg transparente Analyse, Planung und Abwicklung.

 

Analyse der Produktionsgegebenheiten

Ohne genaue Kenntnis der örtlichen Begebenheiten (Umgebungsluft, Anzahl, Art, Hersteller und Anordnung von Maschinen und Personalkenntnisstand) und der zu zerspanenden Materialien (zur Festlegung der Kühlschmierstoffe) können die Planung und die Festlegung des Jahresbedarfs von Füllmengen nicht optimal stattfinden. Die Grundlage eines gezielten Betriebsmitteleinsatzes bilden die Besichtigung der Fertigung vor Ort und eine genaue Definition der Prozesse an der jeweiligen Fertigungseinheit. Ebenso wichtig für die produzierenden Betriebe ist ein guter Kenntnisstand über die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen. Regelmäßige Überwachungstätigkeiten wie Füllstandskontrollen, Reinheitsgradmessungen, Labormessungen und Kontrollen der Schadstoffwerte, der Pilz- und Bakterienbelastungen sind unabdingbar, damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden können. Gerade die genaue Analyse der Messwerte bildet die Basis für weitere Optimierungsentscheidungen.

 

Prozessoptimierung

Eine individuelle Anpassung der Dienstleistung ist die Grundlage zur ständigen Qualitätssicherung. Ein externer Dienstleister kann bei der Koordination der eingesetzten Fluide inklusive Einkauf, Disposition und Lagerung behilflich sein, wobei natürlich ein herstellerunabhängiger Fluid-Manager weitere Vorteile für sich verbuchen kann. Für ihn ist der kosten- und qualitätsorientierte Produzentenwechsel problemlos möglich. Einsparungen der Be- und Entsorgungskosten von bis zu 10 Prozent im KSS-Service sind hier möglich, so die Erfahrungen der GIS. Fehlt die jeweilige Anpassung an Veränderungen im Fertigungsprozess, werde das dienstleisteroriente Fluid-Management in seinem Wirkungsgrad jedoch unnötig beeinträchtigt. Die Anpassungen betreffen sowohl das Handling und die Pflege der Fluide als auch entsprechende Stütz- und Korrekturmaßnahmen.

Eine solche Maßnahme kann beispielsweise der Einsatz von Entschaumertabletten gegen unnötige Schaumbildung und Biofilmbinder zur Beseitigung unangenehmer Kühlschmierstoff-Gerüche sein. Die dann enthaltenden oberflächenaktiven Wirkstoffe tragen zum Abbau des Biofilms (Brutstätte von Bakterien und Pilzen) bei, eine problemlose Entfernung über die Filteranlagen ist somit möglich und der Kühlschmierstoff bleibt dadurch biologisch stabil. Salzbinder bildet im Kühlschmierstoff wasserunlösliche Metallverbindungen mit Hartwassersalzen, wie Calcium oder Magnesium, wodurch sich dieses Salz aus dem System entfernen lassen und die Wasserhärte verringert werden kann. Ein Reduzierung der Produktionsausfallzeiten wird alleine durch den Zusatz dieser Additive und den Einsatz spezieller „Side-by-Work“ – Pflegemaschine erzielt, denn die Pflegemaßnahmen finden während des Fertigungsprozesses statt. Dadurch können die Kosten für die eingesetzten Fluide, so die Erfahrung der GIS, bereits im ersten Jahr 25% reduziert und die Maschinenlaufzeiten erheblich verlängert werden. Die Einsatzfähigkeit der Betriebsstoffe wird durch die kontrollierte Aufbereitung der Fluide erheblich verlängert, ihre fachgerechte Entsorgung reduziert die Umweltbelastung. Die lückenlose Dokumentation aller abgewickelten Maßnahmen sort für Sicherheit und dient als Grundlage für weitere individuelle Anpassungen der Dienstleistungen. Der Auftraggeber hat somit jederzeit einen umfassenden Überblick über die Prozessentwicklung.

 

Kosten genau ermitteln

Um die wirklichen Vorteile der Vergabe des Fluid-Managements darzustellen, sollte größerer Wert auf die Inhouse-Kostenermittlung gelegt werden, um alle tatsächlichen und auch versteckten Kosten zu erfassen. Die einfache Übernahme der Buchhaltungsdaten entspreche oftmals nicht dem Tatbestand. Ein Stichwort: Personalstunden. Der Zeiteinsatz für Reinigungsmaßnahmen, die vom Fertigungs- oder allgemeinen Hilfspersonal erbracht werden, geht vielfach in der pauschalen Position „Gemeinkosten-Arbeiten“ unter, der Reinigungsaufwand erscheint sowie zu niedrig. Das genaue Audit per Arbeitszettel, Beobachtung oder Mitarbeitergespräche ergeben vielmehr einen zutreffenden und aussagekräftigen Wert. Einweiteres gründliches Augenmerk verdient der administrative Aufwand, den der Reinigungsdienst verursacht. Personaldisposition, Einweisung, Lohnabrechnung und so weiter schlagen besonders beim Einsatz von Teilzeitarbeitskräften massiv zu Buche. Kalkulierbar und transparenter sind in diesem Fall die Kosten für eine dienstleisterorientiertes Fluid-Management. Arbeitsintensive Pflegeeinsätze auch außerhalb der Fertigungszeiten und am Wochenende stellen hier z.B. kein Problem dar.

 

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